Mühle "Steinadler" in Westerholz
1855 wurde auf der ehemaligen adligen Lundgaarder
Parzelle in Westerholz eine Ziegelei mit einer kleinen holländischen
Windmühle erbaut. Diese diente zum Herrichten des für die
Ziegelherstellung nötigen Lehms und hatte nur 3 m sogenannten Kappendurchmesser.
1873 kaufte Jürgen Kallsen die Ziegelei und baute im Jahr
1877 eine der größten und damals
modernsten Windmühlen. Zunächst sollte sie jedoch kein Korn
mahlen, sondern sie half durch die Ausnutzung der Kraft des Windes
die damalige Ziegelei zu betreiben und Holz zu sägen.
Die alte Mühle wurde abgebrochen und von der Firma Brinck als Sägemühle
in Adelbylund wieder in Benutzung genommen. Hier erfüllte sie nur
einige Jahre ihren Zweck, schon 1878 wurde sie an den Müller
Krumpeter aus Mohrkirch-Westerholz, Schleswig, verkauft, der den kleinen Holländer
dort als Kornmühle wieder errichtete. Der Abbruch erfolgte 1961.
1905 wurde die alte Ziegelei abgebrochen und die Mühle
vollständig auf Kornmahlen umgestellt. Die Mühle, ganz aus
Stein gebaut, ist ein sogenannter "Galerie-Holländer", Galerie
wegen des Balkons um den Mühlenturm, Holländer, weil sie
der Bauart der holländischen Mühlen entspricht. Bei der Inbetriebnahme
wurde die Westerholzer Kornmühle auf den Namen "Steinadler" getauft.
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1911 schaffte der Müller einen Dieselmotor zum
Antrieb eines Mühlsteins an. Dieser steht heute im Firmenmuseum
von Humboldt-Deutz in Köln. Doch mit dem Motorbetrieb begann auch
das große Sterben der Windmühlen. Viele Mühlen
wurden abgebrochen oder blieben als traurige Ruinen stehen.
Ab 1905 war die Mühle in Westerholz für drei
Generationen im Besitz der Familie Jensen.
Christian Jensen übte den schweren Beruf der Windmüllerei mit großer
Begeisterung und Tüchtigkeit bis zu seinem Lebensende im Jahr 1950 aus.
Sein Sohn Johannes führte den Mühlenbetrieb als sein Erbe fort.
1958 hat die Westerholzer Mühle das letzte Mal mit
Windkraft Korn gemahlen. Neben dem Mühlenbetrieb wurde ein Kolonialwarenladen
Einnahmequelle der Müllersfamilie.
Beim großen Februarsturm im Jahr 1969 wurde die
Westerholzmühle so schwer beschädigt, dass sie zuerst abgerissen
werden sollte. Seitdem ist sie nur noch als Denkmal ohne Betriebseinrichtung vorhanden.
Ende der 60er Jahre baute die Familie Jensen die Mühle zu einem
Hotel- und Restaurationsbetrieb um, der Kolonialwarenladen wurde aufgehoben.
Ab 1981 im Besitz der Familie Heyn, ist die Mühle seit 1999 in
unserem Besitz, und wir haben sie zu einem freundlichen und romantischen Anziehungspunkt
für unsere Gäste aus Nah und Fern gestaltet.
Und weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt wurde unsere Windmühle
mit ihrer reizvollen Umgebung durch die ZDF-Fernsehserie "Der
Landarzt".
Eine Besonderheit gibt es, außer den zahlreichen Umbauten, die wir seitdem vorgenommen haben,
allerdings noch zu melden. Unsere Mühle ist ein seit 1876 eingetragenes
Seezeichen und in jeder Seekarte eingezeichnet. Die Verlängerung der Linie Westerholzer
Mühle und Seebake Osterholz von Tonne 8 nach Keknaes hinüber gibt die
Grenze der deutschen Hoheitsgewässer an. Daher ist sie zur Orientierung
der Küstenschiffahrt auch in allen Seekarten eingetragen.
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